über den sinn des lebens [mind-box-magazine no.01 // july/aug 2003]

(Background: mind-box-magazine-Website > “Um meine täglich ‘aktuelleren und wahreren’ mind-box-magazine Long Reads in Erinnerung zu rufen und gleichzeitig die ‘historische’ Anmutung des 2003/08er Web-Auftrittes zu erhalten, integrierte ich diesen Part (zwischen den roten Linien) in das ursprüngliche Layout – ohne sonstige Anpassungen. Ebenso bewahrte ich den Charme der Kleinschreibung, des ß, und manchen Fehlers in Programmierung und Originaltexten.

Oberhalb der Texte findet Ihr Cover/Bilder der originalen Anmutung. Sie sollen Einladung sein, dem Link in die Ursprungs-Ausgaben zu folgen und ihr facettenreiches Innenleben zu erforschen. Dieses gewann zwei Lead Awards, Silber 2004 / Gold 2005.

Analog der damaligen Erscheinungsweise gehen hier die damaligen Titelthemen nochmals online. ENJOY!”)

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über den sinn des lebens
[mind-box-magazine no.01 // july/aug 03]
[0] über den sinn des lebens
[1] arroganz ignoranz intoleranz …
[2] der neid in den augen der anderen
[3] das feuer in uns allen
[4] saving planet earth!

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cover [mind-box-magazine no.01 // july/aug 03 : über den sinn des lebens]
 0. über den sinn des lebens

den sinn des lebens mit einer gesellschaft zu diskutieren, die sich die erzeugung von neid in den augen der anderen als höchstes ziel jeden denkens und handelns von kindesbeinen an auf ihre fahnen geschrieben hat, ist natürlich verwegen.

da ist es hilfreich, daß das leben des einzelnen keinen sinn a priori hat und der sinn des lebens an sich im hirne gottes verborgen scheint. daraus kann man zumindest die prämisse ableiten, daß der einzelne ein leben hat. und gott existiert.

wenn es keinen gott gibt, gibt es keinen sinn. wenn es keinen sinn gibt, gibt es keinen gott. war die suche nach sinn gleichbedeutend mit der suche nach gott? vielleicht ist gott der sinn.

der sinn des lebens verborgen im hirne gottes. woran glaubt eigentlich gott? an uns?

die gesamte menschheitsgeschichte bloßes gedankenspiel eines halbwegs (schließlich schuf er uns nach seinem vorbild, vice versa) intelligenten gottes? wir nur elektrische signale auf dem sprung zur nächsten synapse? botenstoffe des geistes? selbst jedoch zu geistlos, dies zu begreifen?

die menschheit nur ein gedanke gottes, den er schnell wieder verwirft, als er gefragt wird, wie er sich intelligentes leben vorstellt? das gesamte universum in seinem kopf und wir, die erde, nur einige wenige seiner zahllosen gedanken?

vielleicht hat ihm jemand das stichwort ‘intelligenz’ zugeworfen und wir werden tatsächlich nur gedacht. so wie wir flammen, glut, streichhölzer, katastrophe, romantik, geborgenheit denken, wenn jemand ‘feuer’ sagt.

und in dieser gedanklichen millisekunde sind für uns 7 mio. jahre vergangen, von dem moment, als wir aus dem urschlamm an land krochen bis zum ersten warp-antrieb. er aber hat ‘intelligentes leben’ nicht mal zu ende gedacht. und schon beginnt er, den gedanken ‘mensch’ wieder zu verwerfen – das all wieder zu deflationieren. wer sollte es ihm verübeln?

woran denkt gott?

könnte das, was wir leben nennen, unter diesen umständen sinn machen?

die menschheit nur ein virus von einem anderen planeten, den dessen bewohner in letzter sekunde unschädlich machten und hier aussetzten, ehe er ihre welt vernichtete? so wie wir diese welt vernichten werden, die wir erde nennen?

könnte das, was wir leben nennen, unter diesen umständen sinn machen?

vielleicht hat unser leben nur einen sinn: herauszufinden, was der sinn des lebens ist! und das leben bemüht sich nun, durch die evolution möglichkeiten zu finden, diese aufgabe schneller zu lösen. groß genug wäre unser hirn ja inzwischen. mit einer phantastischen kapazität. und gleichzeitig – dank der mindboxes – einer so niedrigen auslastung, daß wir unser hirn, wäre es ein pc, an den hersteller zurückgeben würden.

der sinn des lebens ist, den sinn des lebens zu finden.

könnte das, was wir leben nennen, unter diesen umständen sinn machen?

aber brauchen wir überhaupt sinn? es geht doch auch ohne. während einige wenige stoisch den sinn des lebens suchen, haben die meisten längst erkannt, daß das leben an sich keinen sinn haben kann. das leben. zufällig gestrandet auf diesem planeten. der uns die besten bedingungen bietet, uns gegen das gesamte all zu wenden. es mit unserem müll zu verseuchen auf alle zeiten. na klar, weils billiger ist. effizienter.

die frage nach dem sinn des lebens mit ‘es gibt keinen’ oder mit ‘wir kennen ihn noch nicht’ zu beantworten, macht für die meisten keinen wirklichen unterschied. in bezug auf die sich ergebenden konsequenzen.

wenn wir schon durch zufall hier sind, und kein sinn erkennbar ist, sollten wir uns wenigstens ein ziel, eine aufgabe, eine beschäftigung suchen. arbeit. eine ablenkung von der allgegenwärtigen und erdrückenden sinnlosigkeit. oder einfach eine entschuldigung, nicht nach sinn suchen zu müssen. sinn, der über den tag und die eigene, kleine existenz hinausgeht.

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1. arroganz ignoranz intoleranz oder: die mindbox in unseren köpfen

von klein auf erzogen, uns anzupassen. zu tun, was man von uns erwartet.
sonst liebt mami dich nicht mehr!

müssen die erwartungen unserer kleinen welt erfüllen. die der eltern. großeltern. nachbarn. der freunde der eltern! und schon bald die der erzieherin. des lehrers. professoren. vorgesetzte. shareholder. alle wollen stolz auf uns sein.

aber es geht nicht wirklich um uns. um unser glück. es geht darum, daß sich andere in uns verwirklichen. eltern. die lehrer. verwirklichen, was sie selbst versäumten. verwirklichen, was sie der gesellschaft nicht geben konnten. dies reicht von millers “drama des begabten kindes” bis adlers “umgang mit sorgenkindern”. die kinder als mittel zum zweck. wir alle.

müssen lernen, daß man nicht träumt. müssen lernen, daß man sich konzentrieren muß. nicht auf das wesentliche, sondern eher auf das unvermeidbare.
daß man sich messen muß. mit seinen einst besten freunden.

lernen, daß es keine freunde mehr gibt. nur herden. von schafen. und rudel.
lernen, daß es besser ist, besser zu sein als andere. sei es durch pure geburt oder durch schulische leistung. oder was man so definiert. und ständig darüber zu reden.

lernen, daß ein kleiner fetzen stoff darüber entscheidet, ob man geliebt oder gehaßt, bewundert oder mißhandelt wird. logo.
lernen, daß es besser ist, anderen nicht mehr zu helfen. daß dies nur ablenkt.

lernen, nicht mehr selbständig zu denken. sondern zu repetieren. zu rapportieren. zu apportieren.
lernen, daß man die welt nicht verstehen muß, um sie zu managen.

verlernen, in zusammenhängen zu denken. verlernen von phantasie. kreativität. neugier. nichtstun. wahren emotionen. empathie. altruismus. verlernen, schönheit zu erkennen, wenn wir sie sehen. zu vergessen. die alten klassiker. die weltgeschichte. ehrlichkeit.
lernen, keine antworten auf unsere fragen zu erwarten.

wir lernen, daß wir uns für die besten halten dürfen. lernen, daß wir uns ruhig etwas darauf einbilden können, es geschafft zu haben. was auch immer. ‘es’ halt.

wir lernen, daß wir alles, was uns vom wege abbringt, ignorieren können.

wir lernen, daß wir andersdenkende nicht mehr tolerieren müssen. und daß auch wir nicht mehr toleriert würden, wären wir es selbst. andersdenkend. oder gar intellektuell.
wir lernen arroganz. ignoranz. intoleranz. gegenüber allem. gegenüber jedem.

hauptsache, wir funktionieren. hauptsache, das kleine rädchen dreht sich. und beginnt nicht nachzudenken. zu rucken. infragezustellen. sand im getriebe der welt. hauptsache, die kleine ratte läuft immer schneller.

hauptsache, wir vernachlässigen nicht unsere pflicht. die lange vor der deutschstunde begann und über blechernes trommeln noch heute in unseren ohren klingt. das stromlinienförmige ist das vermeintlich erfolgreiche. das uns längst in die furchtbarste mittelmäßigkeit gestürzt hat. und in gruens ‘wahnsinn der normalität# ihr ende gefunden hat.

lernen, daß wir von denen, die über unser leben entscheiden, anerkennung in den neuen formen der liebe erhalten: gameboy. sneakers. noten. geld. statussymbole. titel. autos. und daß die hure manchmal hure genannt wird und manchmal eben nicht.

lernen, daß es am erfolgreichsten ist, sich so zu verhalten, wie die es wünschen, die über unser leben entscheiden. betteln um anerkennung. vorausschauender gehorsam gegenüber dem entscheider. allen entscheidern.

das aussortieren, kenntlich und unschädlich machen abtrünniger. aller, die den fluß stören. ziel ist das reibungslose funktionieren. zum vermeintlichen wohle aller. bestimmt aber zum wohle derer, die über unser leben entscheiden.
und bloß nicht aufzufallen.

ist auch kein thema mehr. mit unserem kleinen hirn. herz. verstand. eingeschlossen hinter den wänden aus arroganz, ignoranz, und intoleranz. in dieser grauen mindbox. strong walls. build to last.

die mindbox in unseren köpfen. nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein komplexes system der kontrolle. der mittelmäßigkeit. der manipulation. entworfen von denen, die über unser leben entscheiden. institutionalisiert in unseren elternhäusern. schulen. universitäten. unternehmen. der gesellschaft. der börse. den medien.

ausbeutend und pervertierend des menschen natürlichen wunsch nach anerkennung. um uns für ihre zwecke zu mißbrauchen. uns verfügbar. kalkulierbar. steuerbar. manipulierbar. und kontrollierbar zu machen.

könnte das, was wir leben nennen, unter diesen umständen sinn machen?

das leben hatte keinen erkennbaren sinn. warum ihm also einen geben? wurde es dann erträglicher? da machten sich die intellektuellen seit jahrhunderten etwas vor.

im gegenteil. wir würden uns dahinquälen mit einer überflüssigen sinn-suche.
und das wäre kaum im sinne derer, die über unser leben entscheiden. das wäre ineffizient. unproduktiv.

darüber nachzudenken, wem dieses system wirklich nutzt?
wäre nicht im sinne derer, die über unser leben entscheiden.

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2. der neid in den augen der anderen

erfolg im beruf. sich etwas leisten können. das ist der sinn unseres lebens. unsere religion. koste es, was es wolle. es den anderen zeigen! so oder so. da fragt man doch nicht mehr nach sinn.

wie auch? innerhalb standardisierter ängste, definierten glücks und programmierter sehnsüchte. der raum für sinn war längst verplant. effizienz-optimiert. untervermietet.

die idee, neid in den augen der anderen zum allgegenwärtigen ziel allen denkens und handelns zu machen, entstand im zusammenhang mit der implementierung der mindbox in unseren köpfen.

durch die mindbox wurden die menschen zu tumben ratten in ihren laufrädern, fabriken und büros degradiert. und durch den neid liefen sie immer schneller.

auch in der welt des kurzfristig-subjektiven materialismus (wir erinnern uns: jetzt jetzt jetzt – ich ich ich – alles alles alles) ist es äußerst sinnvoll, dem menschen ein übergeordnetes ziel zu geben. eine sehnsucht, der sich alles andere unterordnen kann. eine hoffnung, zu der alle subziele kumulieren. eine versicherung, damit man nicht auf dumme gedanken kommt. ein roter faden für das leben. ein gegenpol zu den abgründen möglicher selbstverwirklichung. eine salbe, die die wunden, gerissen durch tägliche mentale vergewaltigung, heilt. eine droge, mit schnell nachlassender wirkung, die die massen jeden morgen wieder zur arbeit treibt.

ersatzbefriedigung für fehlenden sinn, individualität und sinn-vorgaukelnde oberflächlichkeit.

die erzeugung von neid in den augen der anderen. nicht nur einendes ziel für alle, sondern ebenso sinn des lebens für manchen.

nicht, daß er ihn formulieren kann. das verhindert die mindbox in seinem kopfe. aber das gefühl von befriedigung, tiefer verbundenheit mit dem objekt seiner begierde. während des kauf-aktes. jedesmal, wenn er den neid in den augen der anderen sieht. das erreicht die dimension von sinn. oder eben diese profunde abhängigkeit, die nur eine ordentliche droge garantieren kann.

erreicht auch die dimension von ersatz-befriedigung. schnell ist die kälte da. auch innen. sobald die droge neid nachläßt. ein flüchtiges gut.

die nachteile der droge an sich, schnell verfliegende wirkung, abhängigkeit, notwendigkeit immer größerer dosen, sind dort wie hier willkommen. nur sie garantieren ein langfristig profitables system für diejenigen, die über unser leben entscheiden. und ein sich selbst stabilisierendes system. denn hier wacht jeder über jeden. keiner gönnt dem anderen was. haben wir lang genug eingetrichtert bekommen. funktioniert. und gerne verschieben wir dafür auch ganze wertesysteme. denn erlaubt ist, was gefällt. und gefallen findet nur, was profit bringt. alles andere wird irrelevant. verzichtbar. bildung. ehrlichkeit. kunst. moral. musik. ethik. philosophie. prinzipien. natur. altruismus. kultur. idealismus. zukunft. der effizienz untergeordnet. und der beschleunigung.

das vakuum, das wir selbst erzeugen, indem wir alles geistige wegen in-effizienz aus unserem leben, hirn, bewußtsein verbannen, kann nur noch mit immer höheren dosen einer immer schwächer werdenden droge neid bekämpft werden.

die beschaffungs-kriminalität ist bereits im system integriert. fußt zu teilen gar darauf. wohlwollend. gesetze biegend. wegschauend. zulassend. gesetze brechend. korrupt. mindestens gleichgültig. gegenüber den fischen. dem regenwald. anderen kulturen. den walen. allen ungeschriebenen gesetzen. den mitmenschen. when shall we three meet again. in thunder, lightning, or in rain? arroganz. ignoranz. intoleranz.

wie sagte schon alexander von humboldt: der versuch des menschen, die erde zu seinem himmelreich zu machen, macht sie zur hölle. oder so. könnte das, was wir leben nennen, unter diesen umständen sinn machen? eigentlich muß das leben auch gar keinen sinn machen. es muß nur spaß machen. ist doch viel einfacher, oder? dann muß man all das hier auch nicht zu ende lesen.

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3. das feuer in uns allen

auch wenn wir nicht wissen, was der sinn des lebens an sich – oder unseres lebens im speziellen – ist, so lassen einfache naturbeobachtungen erkennen, daß jedes lebewesen durch seine bloße existenz dazu beiträgt, eine gewisse balance in der natur zu erhalten.

die krone der schöpfung natürlich nicht. diese balance schneidet den zeitstrahl in einem rechten winkel. in höhe der gegenwart.

jedes lebewesen hat einen sicheren instinkt für das morgen und seine zukünftigen bedürfnisse. es erschöpft weder seine nahrungs-, noch andere -reserven.

auch das hat die krone der schöpfung nicht nötig. diese balance verläuft parallel zum zeitstrahl. in richtung zukunft.

tief in unserem innern. verborgen. warten die farben der kindheit. versteckt. auch vor uns. denn wir selbst sind unser größter feind. ihre formen. ihre neugier. phantasie. kreativität. ehrlichkeit. offenheit. vielfalt. nächstenliebe. gerechtigkeitssinn. individualität. warten darauf, wiederentdeckt, wiederbelebt zu werden. unsere vorlieben. interessen. träume.

wovon träumten wir? wollten astronauten werden. tiefseetaucher. bergsteiger. feuerwehrmänner. rennfahrer. rennfahrerfrau. krankenschwester. wissenschaftlerin. forscherin. diane fossey. jane goodall. marie curie.

wir wollten abenteuer erleben. neues entdecken. forschen. anderen menschen helfen. ballerina und künstler werden. den schönen künsten fröhnen.

was ist davon geblieben? von unseren träumen? hoffnungen? sehnsüchten? effizienz-optimiert. stromlinien-geformt. maximum-output-orientiert. armselig. langweilig. grau. kopfstein-plaster. stapelbare reste von individuen. die ihren eltern eine freude machen wollten. und was anständiges gelernt haben. innerlich tot. äußerlich mit den preisschildern dieser welt versehen. kategorisiert. obere schublade. vorne rechts. prada. auf nadeln gespießte käfer hinter glas. unbeweglich. tot. gelabelt. was ist davon geblieben? ein leichter schmerz? oder spüren wir selbst den nicht mehr in der magengegend? so als hätte uns der mensch, den wir lieben, verlassen? das feuer brennt noch in uns. so als hätten wir etwas verloren, ohne das wir eigentlich nicht leben wollten? das feuer der frühen jahre. als hätten wir etwas verloren, ohne das wir nicht leben können? des unbekümmerten entdeckerdranges. des vorurteilsfreien experimentierens. mit unseren fähigkeiten. unseren talenten. unserer liebe.

wir liebten die natur. den sand unter unseren füßen. das wasser an sich. das meer im besonderen. den bach hinter dem haus. wir liebten die tiere. umarmten sie. gaben ihnen namen. heute fahren wir sie quer durch europa. blutend. schreiend. sterbend. wie auch wir.
liebten bestimmte menschen. achteten andere. verachteten wenige. waren neugierig bei allem neuen. andersartigen. eigen-artigen. interessiert. berührt.

wir liebten die farben auf dem papier. wie sie ineinanderflossen. die musik. liebten den ton. den lehm. liebten die buchstaben. die zahlen. die bäume. weil sie alle mit uns sprachen. über unsere träume. unsere geheimen wünsche. unsere pläne. wir liebten das leben. weil es soviel zu entdecken gab. soviel zu verstehen. diese unendliche vielfalt. diese möglichkeiten. diese schönheit. wohin man blickt.

wenn das leben an sich schon keinen sinn zu haben scheint. warum machen wir nicht die suche nach dem sinn des lebens zum sinne unseres eigenen lebens? wenn das leben an sich schon keinen sinn zu haben scheint.

warum geben wir ihm nicht einfach einen? einen relevanten. einen, der über unsere kleine existenz und den tag hinausgeht? warum erhalten wir nicht die natur? warum denken wir nicht an unsere zukunft? die unserer kinder? wenn das leben an sich schon keinen sinn zu haben scheint. warum ist uns der neid in den augen der anderen wichtiger als das feuer in uns allen?

und wenn der sinn unseres lebens die suche nach dem sinn unseres lebens ist? warum machen wir es uns nicht ein wenig schöner? erhalten einfach die natur? die wir so lieben? am wochenende. im urlaub. in der ferne. auch in naherholungsgebieten. nur nicht bei uns vor der haustür. oder gegenüber im park. am ufer des flußes. in der autobahnbiegung.

warum nehmen wir uns nicht ein wenig mehr zeit? erhalten die zukunft? die nächsten 40-50 jahre unseres lebens?

warum bloß ist uns der neid in den augen der anderen wichtiger, als das feuer in uns allen? der neid weiß keine antworten auf die drängenden fragen. der neid hat nicht einmal fragen. er ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

warum bloß brennen wir die mauern der mindboxes in unseren köpfen nicht runter mit diesem feuer in uns allen? sind auch wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt? fühlen wir nicht mehr den schmerz und die kälte in uns? schmerz und kälte der welt? hören wir nicht die schreie der lebenden? tiere. pflanzen. menschen? unsere eigenen tief in uns?

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4. saving planet earth!

geht momentan nicht, sagst du? weil es dir wichtiger ist, deine kippen auf die straße zu werfen? deinen aschenbecher am straßenrand zu leeren? deinen mcdonald´s abfall in der autobahn-auffahrt zu entsorgen? deine bierflasche jeden freitag dort fallenzulassen, wo du besoffen rumstehst? auch an deinem lieblingsplatz, wo du den sonnenuntergang anheulst und dich fragst, warum dich keiner liebt und warum dort soviel müll herumliegt?

weil es bequemer ist, das licht im büro brennen zu lassen. und den pc laufen. die fenster offen. die heizung auf glühend rot. die firmentür unverschlossen.

weil es für dich mehr profit bringt, miese joghurt-qualität zu produzieren? kranke hühner als 1a-qualität zu verkaufen?

weil du meinst, es sei notwendig, flugzeuge zu entführen? kleine mädchen zu vergewaltigen und große zu ermorden? lippenstift und cds zu klauen?

weil es dir momentan wichtiger ist, deine eigenen taschen über berater-verträge der industrie zu füllen, als deinen wählern eine zukunft zu geben? wichtiger ist, die marktanteile deiner zahncreme zu steigern, als deine kinder zu sehen?

weil du meinst, du wirst nur wiedergewählt, wenn du unser geld in werbekampagnen, autobahnbrücken, magnetschwebebahnen, der pharma- und kohleindustrie vernichtest, statt den menschen wirklich zu helfen?

deine schrottreifen tanker auf offener see feuerzubestatten? weil es für dich profitabler ist, die meere der welt mit deinem öl zu verseuchen? weil es für dich lukrativer ist, ein auge zuzudrücken? und die von 40.000 seevögeln direkt mit? für immer?

ne, ist klar, verstehe ich. kein problem.
dann morgen? auch nicht, sagst du?
weil du nicht verstehst, was wirklich wichtig ist? weil du keine zusammenhänge erkennst?

weil du nicht verstehst, daß wir uns längst sooo tief in wirkliche probleme reingeritten haben, daß lösungen, die nur an den symptomen herumdoktorn, nicht mehr helfen? kontraproduktiv sind? die wahren probleme nur vergrößern?

weil du nicht auf experten, sondern auf die medien, die masse, die lobbyisten hörst? weil du nicht auf dein herz, deinen bauch, deinen gesunden menschenverstand hörst, sondern auf die einflüsterungen der industrie? auf deine shareholder?

weil du nicht erkennst, daß du – ersatzbefriedigt und voller droge neid – längst innerlich tot und nur konsumhure bist? schlimmer? läßt dich f*** tagaus tagein. und zahlst auch noch dafür in ihren gucci-läden? jeden samstag? und jetzt auch bis 20:00? dein kopf so leer wie deine tasche?

weil du nicht erkennst, daß die welt nur noch der stinkende hinterhof der allumfassenden massenfabrikation von arroganz, ignoranz, und intoleranz ist? von mittelmäßigkeit und subordination?

du könntest im kleinen anfangen. könntest vorbild sein. könntest werte etablieren. altmodische werte. ehrlichkeit. und so.

könntest neben kants kategorischem imperativ das einfache sprichwort: “behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest” beherzigen. oder wie vielleicht in meinem speziellen falle: “… so, wie du es gerade noch selbst ertragen kannst”.

denn würden wir gesetze brauchen? überwachungskameras? rechtsanwälte? gefängnisse? in diesem umfang? ladendetektive? wenn es den neid in unserer perversen form nicht gäbe? wenn politiker in werten denken würden? die vorbilder wieder vorbilder wären? statt schauspieler? markenartikel? politiker? top-manager? werte verkörpern würden? vorleben würden?

wenn wir uns darum kümmern würden, uns weiterzuentwickeln, statt ständig nur wachsen zu wollen? immer mehr haben zu wollen? statt eine bessere lebensqualität anzustreben? lebens-qualität, statt lebens-quantität?

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| In diesem Sinne!
| Be a Spark! Change the Game! Leave a Mark!
| #savingsomesouls #talkingtacheles #stopmakingsense

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