Fieldwork: Der Taxifahrer, der sein Berlin Chicago nennt – #greatdrive

Der kompakte Grieche hinterm Steuer seines leicht dieselnden Benz lächelt derart einladend, dass ich mich zu ihm nach vorne setze. Und ich werde es nicht bereuen.

Auf unserer kurzen Fahrt offenbart sich sein ganzes Feuer, seine Lebensfreude, die er sich auch in 50 Jahren Deutschland nicht hat nehmen lassen, sein südländisches Temperament, sowie sein Unwohlsein – um es sehr sehr diplomatisch auszudrücken – mit der aktuellen Situation in Berlin, Europa, der Welt. Natürlich.

Sein Leben ist in den letzten 10-20 Jahren härter geworden. Stichwort: Früher war alles besser. In seinem direkten Arbeitsumfeld auf der Straße nur noch Idioten. In der zweiten Reihe. Keiner kann mehr Autofahren. Alle hängen nur an ihren Handys. Früher entschuldigten sich die Menschen noch, ‘heute wird einfach draufgehauen’. Wie bei dem Busfahrer, der ausstieg, um einen Zweite-Reihe-Parker zu rügen. Die Antwort: Zack, Krankenhausreife. Und die ganzen Baustellen. ‘Der Bahnhof, eine Katastrophe’.

Seinem hochroten Kopf und ekstatisch zuckenden Körper merkt man die alles durchdringende Erregung an, die sich direkt des nächsten Themas bemächtichtigt, das ihn tagaus tagein beschäftigt.

BerlinChicagoEine Polizei, die Schiss hat, die sich nichts mehr traut. Längst hat die alltägliche Aggression die Oberhand. Deshalb Chicago, sagt er. Der Mob regiert. Alleine traut sich die Polizei nicht durch die Straßen, bei tausenden Falschparkern pro Tag schaut sie weg, die kleinmafia-ähnlichen Konstruktionen lässt sie gewähren, den Terror kann sie nicht stoppen. Weil es insgesamt einfach zu wenig ‘Bullen’ sind. Dabei liegt das Geld – oder steht – auf der Straße rum. ‘Die müssen nur die Augen aufmachen’!

Dazu eine Europa-Politik, die versucht, ‘ohne Schießbefehl an den Grenzen’ auszukommen: ‘Früher war alles besser’ – da war es wieder – ‘als ich beim Militär war. Da kam keiner über meine Grenze’. Wir haben Leute auf hoher See gerettet. ‘Oft wochenlang ohne Landgang’ unterwegs. ‘Aber das waren gute Leute. Von denen ist keiner nach Deutschland gekommen und hat uns zum Dank verprügelt, überfahren oder getötet’.

Mit einem weiten Bogen schließlich vom damaligen Marine-‘Drecksdiesel’ zum heutigen Autodiesel – ‘die sollen mir mein Auto zahlen’ – endet unsere erfrischende Reise durch Städte, Länder, Europa. Zum Abschied zwei selbst mit der Quittung noch gestenreich sich echauffierende Hände.

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