#fieldwork: The Good, the Bad and the SUVdiot

Wie ich bereits hier “Der finale Guide zur SUVdiotie oder: The Walking Dead in Their Self-Driving Cars” und dort “SUVdiotie: Eine Religion voller Missverständnisse” grundsätzlich darlegte, setzt SUVdiotie nicht zwingend den SUV voraus. 🙂

Wie so oft durchquerte ich dieser Tage gutgelaunt und per pedes diese ausgedehnte, doch anscheinend streng geheime 30er-Zone. …

TheGoodtheBadtheSUVdiotThe Good, …

Auch nach knapp 75, gerne mit 21 Tagen Freiheitsentzug belastbaren Verkehrsvergehen, winkte ich weiterhin allen SUVdioten unverdrossen eine fröhliche 30 zu. Und tatsächlich: No. 76, ein roter SUVW, bremste ab und segelte fortan auf winterkalter Bahn mit geschätzten und erlaubten 30-34 weiter. Wow! Ein vernunftbegabtes Wesen in einem SUV! Leider hatte ich keinen Photoapparat dabei.

… the Bad …

Noch im ausklingenden Freudentaumel erregte ein aus weiter Ferne langsam(!) heranrollendes Coupé meine Sehnerve – in einer für die 30er-Breiten äußerst ungewöhnlichen Geschwindigkeit. 30? 27? 33? Ja, war denn schon Weihnachten?

Das Rot verblasste längst an verschiedensten Stellen dieses wunderlichen Gefährts. Ein junger Mann hinter dem Steuer. Wie nur kann ich ihm danken, schoß es mir durch den Kopf, während er langsam an mir vorüberrollte, fast zu langsam, die Linke lässig auf des Lenkrads Scheitel. Eine Handvoll Wagen hinter sich auf die gleiche Langsamkeit nötigend. Danken mit einem kecken Daumen-hoch? Einem kurzen Applaus? La Ola vielleicht?

Ich verkniff es mir in allerletzter Sekunde – als ich das Handy in seiner Rechten erblickte. Ich erstarrte, fiel in ein tiefes Tal der Tränen, brach innerlich auf der Straße zusammen. Don’t Text and Drive! form(ulier)te meine salzige Augenflüssigkeit auf dem Asphalt, ehe sie den Weg alles Sterblichen durch die Kanalisation nahm.

… and the SUVdiot

Einzig eine Dame mittleren Alters, im Reiskocher (wie wir Jungs damals noch japanische Kleinwagen nennen durften) ebenso mittleren Alters, mit 60 (km/h, nicht Jahren) den rechtsfreien Raum querend, konnte meine Lebensgeister wieder wecken. Mich überverkehrsschildgroß aufbäumend, schleuderte ich ihr meinen Gruß und eine fordernde 30 entgegen. Ging mittelgut gelaunt meines Weges.

“SOLL ICH IHNEN EINEN ARZT RUFEN?” schrie es plötzlich von rechts. Die Dame, neben mir in ihrem Reiskocher auftauchend, entsprechend erhitzt, hatte gedreht.

Wir diskutierten kurz, kamen aber nicht zusammen. Ich beharrte auf der 30er-Zone, sie auf dem Arzt für mich: “SIE SOLLTEN EINEN ARZT AUFSUCHEN!”. Und sie eine Fahrschule! hätte ich noch sagen können, da jagte sie schon wieder die Gänge bis weit hoch in den Zweiten, drehte nach 50 Metern und fuhr mit ihren 30 – also meinen 60 – wieder an mir vorbei. Ich konnte ihr nur ein schnelles Sag-ich-doch-Gesicht und entsprechende Schulter/Hand-Gestik schenken. Wow, da war der Reis wohl übergekocht. SUVdiotisch!

“… weil unser Auto DAS Ventil unseres Stresses und Zeitdruckes, unserer (oft unbewussten) Aggression ist? Weil wir nicht mit Arno Gruen verstehen, dass Zivilisation Kooperation ist, nicht Konkurrenz? Nicht mehr fühlen, dass wir uns ohne Unterlass (auch) ins eigene Fleisch und Blut schneiden?” – greatdrive.org

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