#liebesleader: Daimler oder Do we drive Innovation or does Innovation drive us?

Viele, viele Jahre zu spät stellt sich Daimler für die Zukunft auf und zerschneidet als Antwort auf zukünftige (und seit vielen Jahren bekannte) Herausforderungen den Konzern in 3 Silos …
1.Daimler Trucks & Buses
> existiert bereits als Vorstandsbereich Martin Daum
2.Cars & Vans
> Zusammenlegung von Zetsche und Porth
3.Financial & Mobility Services
> existiert bereits als Vorstandsbereich Bodo Übber
… plus Holding-Dach, das Strategie/Steuerung verantwortet.

Wie nur soll es damit besser werden?
– Die Strategie, die anscheinend zuvor schon suboptimal und zu spät dran ist, bleibt bei Dr Zetsche, ie. in der Holding. Hm.
– Wie aber soll Strategie zu Kultur transzendieren, wenn Strategie nicht von unten wächst, sondern von oben übergestülpt wird? Schließlich gilt: Kultur ist die neue Strategie!
– Die Vorstände, die anscheinend zuvor schon weder einer gemeinsamen, distinktiven Strategie folgten, noch das Bigger Picture einer Gesamtstrategie im Sinn hatten, noch ihren Vorstandsbereich an des Wettbewerbs Spitze führen konnten, bleiben an der Spitze der neuen Entities? Hm.
– Die dringend notwendige Bereichs-übergreifende Kollaboration, die anscheinend zuvor schon schlecht war, wird nun weiter (durch explizite Silos, AGs, ie. Profitcenter) erschwert. Hm.
– Zudem wird diese dringend notwendige Bereichs-übergreifende Kollaboration durch sich zwangsläufig ergebende (gewollte!) unterschiedliche Geschwindigkeiten ausgehebelt. Hm.
– Im Mittelpunkt des Daimler-Denkens und -Handelns bleibt das Auto/Van/+, denn das soll laut Strategie die Ressourcen erwirtschaften, die anderen Silos zu ermöglichen. Hm.
– Cars und Mobility Services zu trennen ist gelinde gesagt gewagt, wenn nicht kontraproduktiv. Hm.
– Das E bei den Verbrennern zu lassen ebenso. Hm.
– Die neue Aufteilung gilt eher für einen Markt zeitlich vor Tesla, Google/Waymo, Uber, Byton, et al. Hm.

Daimler wirkt stark durch die Innovation der anderen getrieben, ist nicht selbst Treiber der Innovation im Markt. Die neue Struktur kann dem nichts Überzeugendes entgegensetzen.

Daimler hätte zuerst eine wirkliche Vision/Strategie kreieren sollen, eine, die nicht bei der Mobilität endet, sondern mit ihr beginnt. Und in größeren Zeithorizonten denkt (Wo sind zB ‘Flugtaxen’ et al? Ernstgemeinte Frage.). Eine Strategie, die zB urbane und gesellschaftliche Herausforderungen vordenkt. Eine Strategie, die von Bewegung & Begegnung kündet. Eine Strategie, die endlich alle Verkehrsteilnehmer bis hin zu den Schwächsten integriert. Um danach den Konzern umzubauen.

Selbst meine kleine greatdrive.org-Vision “Höchste Zeit, unser Leben, unsere Autos, unsere Städte wieder mit Empathie, Respekt und Kultur zu erfüllen: #smartpeople + #smartcars + #smartcities = Greater Good” ist überzeugender und zukunftsfähiger als Dr Zetsches Plan.

In diesem Sinne!