Wie uns Innovation Generation für Generation aus den Genen gewaschen wird

Wir waren vielleicht einst ein Volk der Tüftler und Denker. Heute sind wir ein Volk der Nörgler und Stänker. Unsere Generation innoviert nicht mehr, wir kommentieren nur noch. In der Politik. Den Medien. Vorstandsetagen. In der Supermarktschlange.

Wir kommentieren und konservieren. Wir funktionieren und parieren. Wir fallen nicht weit vom Stamm. Wir sind aus dem Holze unserer Eltern geschnitzt. In langen Jahren der Erziehung, die diesen Namen längst nicht mehr verdient. Wir halten weder Werte hoch, noch haben wir Verzicht (kennen)gelernt. Haben weder Geduld, noch Ehrgeiz (kennen)gelernt. Wir kennen keinen sportlichen Wettkampf, keinen Leistungsvergleich. Wir nehmen nur noch teil. Teilnahmslos. Kraftlos. Fantasielos.

Warten wie Pawlowsche Hunde auf unsere Belohnung. Heischen nach Liebe. Sofortiger Bestätigung. Instant Gratification. In der Erziehung. In der Schule. In den ersten Jahren des Jobs. Liebe – statt ehrlichen, konstruktiven Feedbacks. Bestätigung – statt Reibung.

Da kann kein Initialfunke entstehen, nichts wachsen, nichts gedeihen. Erst recht nichts Individuelles, Vielfältiges, Unabhängiges. Wir lernten das Apportieren, nicht das Reflektieren. Wir lernten das Kopieren, nicht das Kreieren. Wir lernten das Adaptieren, nicht das Innovieren …

… von der Generation unserer Eltern, Lehrer, Professoren, Vorgesetzten, die keinen Deut besser war als wir heute. Die allein unser Bestes wollte, da sie selbst nichts Besseres gelernt hatte: unsere Arbeitskraft und unseren Gehorsam. Die dachte, es sei alles erfunden, jetzt müsse man es nur noch kultivieren. Verwalten, statt Gestalten.

Ich will so bleiben wie ich bin, sagt das Land, in dem wir gut und gerne leben.