Immer noch kein intelligentes Leben auf der Erde entdeckt

Schon früh töteten wir den Affen, der die Grenze zu unserem Revier überschritt. Wir töteten ihn prophylaktisch des nachts, wenn wir ihn in der Nähe unserer Grenze erwischten. Morgen schon könnte er sie überschreiten und von unserem Grase essen, sich an unseren reichen Weiden und üppigen Frauen vergreifen. Könnte zu einer ständigen Bedrohung werden, wenn wir nicht handeln.

Wir töten den Andersdenkenden, denn wer heute nur anders denkt, der handelt auch morgen anders, der stört die Abläufe, das Getriebe. Der Andersdenkende ist Sand – und muss wieder werden zu Staub.

Wir töten den Andersgläubigen, denn es gibt nur einen Gott. Den von uns geschaffenen. Auf die Idee, dass dieser Gott es gut findet, mehrere Götter neben sich zu haben, kommen wir nicht – das ist nun wirklich zu weit out-of-the-Box gedacht. Seltsam, das wir der Meinung sind, Gott könne sich nicht selbst um die anderen Götter kümmern und wir müssten seinen (vermeintlichen) Kampf kämpfen. Haben wir so wenig Vertrauen in Gott, seine Macht und Weisheit?

Wir töten den, der anders aussieht als wir selbst, denn das ist verdächtig. Wir selbst, das haben wir gelernt, sind die Herren. Das ist ein starkes Gefühl, tief in uns. Das tut uns gut. Andere Herren tun uns schlecht. Das verhindern wir.

Wir töten Frauen und Kinder, schänden und vergewaltigen sie. Das ist einfacher. Nur so können wir noch Herren sein, uns fühlen wie Gott uns schuf – als sein Ebenbild.

Wir segnen unsere Waffen, und beten sie, die uns unseren Göttern näherbringen, an. Es gibt kein größeres Ziel. Wir bauen der Waffenindustrie Kirchen, schenken ihnen Messen und ziehen in den Krieg, um ihren Wohlstand zu mehren, auf dass ihr missionarischer Eifer nie versiege.

Wir geben anderen die Schuld an unserem Tun, an unserer Situation und unserem Denken. Wir sind die Hölle, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. Wir sind das gefährlichste aller Tiere, denn wir zerfleischen uns selbst.


[Repost vom 06.Sept 2010, policlinique.]