Hätte Dr Zetsche ‘unsere größte Herausforderung’ begriffen, würde er sich nicht zum AR-Vorsitz krönen

Wie Robert in Schichtwechsel bei Daimler: Der Schnellste oder nichts kommentiert, wird Dr Zetsche in 2021 den Aufsichtsrats-Vorsitz ‘beim Daimler’ (wie man im Ländle sagt) übernehmen.

Das ist schön für Dr Zetsche, aber bestätigt wiedermal den Egoismus und die Kurzsichtigkeit des Dr Zetsche, des gesamten Daimler-Vorstandes und ARs, und nicht zuletzt des aktuellen AR-Vorsitzenden. Schade. Hier wurde eine immense Chance vertan – wie in so vielen Aktivitäten der Deutschland AG & Politik.

Ich will mich gar nicht darüber auslassen, welch enttäuschendes Zeichen es ist, das nächste Eigengewächs auf den nächsten Posten zu befördern, oder darüber, dass man – mit Einstein sprechend – nicht die Probleme mit demselben Denken lösen kann, das diese Probleme erst geschaffen hat, sondern lieber 3 Zitate aus meinem Blog zur Reflexion anbieten:

1.
‘Merkel, Zetsche, Quandt, die ohnmächtigsten Herrscher der Welt’

“Das muss ein gar seltsames Gefühl sein, jeden Morgen mit dem Gedanken aufzuwachen, der größten und wichtigsten Industrie des Landes, das Du regierst, immer wieder unter die Arme greifen zu müssen, da sie trotz ihrer Millionengehälter und -pensionen, trotz der Vergesellschaftung immenser Steuerprivilegien und zB aller Lärmschutz- und Gesundheitskosten nicht in der Lage ist, dem Wettbewerb auf ehrliche, heroische, relevante Art und Weise voranzugehen.

Ein schales Gefühl, jeden Morgen mit dem Gedanken aufzuwachen, keine Vision vorgegeben zu haben. Keine Milestones, an denen Wirtschaft und Industrie sich reiben können. Keine Herausforderungen, an denen sie wachsen können, um uns nicht nur quantitativ, sondern auch Werte-basiert in der Weltspitze zu repräsentieren.

Jeden Morgen mit dem Gedanken aufzuwachen, dass ein einziger Milliardär die Autoindustrie der Welt vor sich hertreiben kann, weil diese mindestens die letzten Jahre seit der Abwrackprämie so eindrucksvoll verschlafen hat. Mit dem Gedanken: wer wird der nächste sein?

Mit dem Gedanken aufzuwachen, Deine Konsumenten nur zum Kauf bewegen zu können, wenn Du sie belügst und hintergehst und erst Reue zeigst, wenn Du mit der Hand in der Keksdose erwischt wirst.

Mit dem Gedanken aufzuwachen, dass Du die Leistungen der anderen kleinreden musst, statt stolz auf Dein eigenes Werk schauen zu können.

Aufzuwachen mit der Erkenntnis, doch wieder so wenig strategisch gedacht und in die Zukunft investiert zu haben, dass Du geplante Gesetze allüberall entschärfen musst, damit Deine Branche überlebt.

Das muss ein seltsames Gefühl sein, jeden Morgen mit dem Gedanken aufzuwachen, dass Dir die jährliche Milliardendividende wichtiger ist als all die Menschen, über deren Leichen die Autoindustrie dafür steigt. Wichtiger als zukunftsfähige, begeisternde, relevante Produkte. Moral und Ethik, Klimawandel. Wichtiger als dass Du morgens reinen Gewissens in den Spiegel schauen kannst.

Wie unendlich ohnmächtig musst Du Dich da fühlen? Und wie gleichgültig, gierig, egozentrisch, wenig empathisch musst Du sein, wenn Du abends trotzdem wieder gut einschlafen kannst?

Zeit, liebe Autos und Autovorstände,
sich gänzlich neu zu erfinden: #smartcars.”

2.
Aus ‘Dear Dr Zetsche, meine Vision ist besser als Deine :)’:

“Da ist selbst das zarte Pflänzlein meiner greatdrive.org-Vision/Mission erheblich zukunftsfähiger, herausfordernder, Sinn-stiftender, relevanter, konkreter, greifbarer, einprägsamer, die Menschen einender und motivierender:
… Höchste Zeit, unser Leben, unsere Autos, unsere Städte wieder mit Empathie, Respekt und Kultur zu erfüllen:
#smartpeople + #smartcars + #smartcities = Greater Good”

3.
Aus ‘Ist Daimler das neue ‘Umparken …’? Zetsche der neue Musk oder gar Manrique?’

“… Es wird Zeit für das naiv-intuitive Kind in uns allen, laut zu rufen, der Kaiser sei nackt – und endlich Konsequenzen zu ziehen. …
Es wird Zeit für das Genie der Klasse. Denn wo sind die Jobs’, Musks oder Manriques, wenn man sie braucht? Nein, keine Sorge, natürlich kann keiner der Auto-Chefs der neue Jobs oder Musk sein. Dieser Zug ist abgefahren. Aber umgekehrt!?

Was wir dringend brauchen, ist ein neuer Manrique: “1968 kehrte er endgültig nach Lanzarote zurück und entschloss sich, seine Heimatinsel in einen der schönsten Plätze der Welt zu verwandeln“. …

Es kann doch nicht Lebensziel sein, einen Autokonzern ein paar Jahre zu leiten. Man will doch mehr! Seinem Leben einen wahren Sinn geben. Die Welt zum Besseren wenden. Die Menschen nicht länger belügen. Sie gesünder, nicht kranker machen. Sie länger und glücklicher leben lassen. Stadt und Land entgiften. Entschlacken. Gärten und Aussichtsplattformen schaffen, nicht Parkplätze. Straßen und Verkehrswege verschlanken. Bäume und Bänke pflanzen. Orte der Begegnung schaffen. Des Miteinanders. Seine “Heimatinsel in einen der schönsten Plätze der Welt verwandeln”.

Es wird Zeit, die Autostädte des Blechs wieder in Mobilitätsstädte, -räume und -träume der Menschen zu verwandeln.

Mobilität ist nichts anderes als ‘Menschen zusammenzubringen’.”

In diesem Sinne, dear Dr Zetsche, denke bitte nochmal darüber nach, wie Du Daimler, der Branche, dem Automobilstandort D noch besser helfen kannst als in den letzten Jahren!